Was ist denn überhaupt robust?

Was heißt robust bei mobilen Computer? Aus der Perspektive des Benutzers ist robust tatsächlich einfach die Fähigkeit des Computers, unter allen Arbeitsbedingungen arbeiten zu können. Und das ist nicht nur einmal, sondern die gesamte Lebensdauer des Geräts über, was schnell mal 3-5 Jahre sein kann.

Je nach den durchzuführenden Arbeiten kann jedoch robust für den einen Benutzer etwas ganz anderes sein, als für den anderen. Beispielsweise fällt ein Laptop in einem Lager wahrscheinlich oft herunter und ist viel Staub, aber wahrscheinlich eher keinen extremen Temperaturen oder Regen ausgesetzt. Andererseits braucht ein Förster ein Gerät, das gegen Wasser geschützt und für einen großen Temperaturbereich geeignet ist, er macht sich aber wahrscheinlich keine zu großen Sorgen um Staub.

Das richtige Gerät für die Aufgabe

Ein mobiler Computer ist wirklich einfach nur ein Gerät, das Ihnen helfen soll, ihre Arbeit zu erledigen. Die Grundregel für einen Benutzer ist also das richtige Gerät für den Job finden. Ein schlauer Computerkäufer wird sorgfältig abwägen, welchen Bedingungen das Gerät ausgesetzt sein wird und sich dann in die Produktdaten vertiefen, um ein Gerät zu finden, das in den richtigen Kategorien robust genug ist, um diesen Bedingungen standzuhalten. Es ist wahrscheinlich auch eine gute Idee, ein Gerät auszuwählen, das ein bisschen robuster ist, als Sie eigentlich brauchen. Es ist besser, ein zu robustes Gerät zu haben, als eines, das nicht robust genug ist. Und irgendwann begegnen Ihnen vielleicht Bedingungen, die schwieriger sind, als Sie ursprünglich erwartet haben.

Wie wird robust denn definiert?

Die Robustheit lässt sich am besten durch die Umgebungsspezifikationen definieren. Die 3 häufigsten und nützlichsten Spezifikationen sind:

  • Temperaturbereich
  • MIL-STD-810G (früher MIL-STD-810-F)
  • IP

Diese Spezifikationen sind fast immer im Produktdatenblatt aufgeführt.

Die Temperaturspezifikation bestimmt den Betriebstemperaturbereich des Geräts. Die Verwendung des Geräts oberhalb oder unterhalb dieses Bereichs kann zu einem Ausfall des Geräts führen.

MIL-STD-810G ist ein Standard des United States Army's Developmental Test Command. Er umfasst eine Reihe von Umgebungstests zum Nachweis, dass Geräte mit diesem Standard in einer bestimmten Umgebung bestehen. Die Tests wurden speziell entwickelt, um Militärausrüstungen zu testen. Werden nun aber auch für viele militärische und zivile Produkte, einschließlich mobiler Computer, verwendet.

IP steht für Ingress Protection (Schutz gegen Eindringen) und eine IP-Klassifizierung dient der Festlegung des Schutzes elektrischer Geräte gegen das Eindringen von Feststoffen und Flüssigkeiten. In anderen Worten kann man daran erkennen, welche Menge oder Größe von Feststoffen und Flüssigkeiten in das Gehäuse eindringen und das Gerät wahrscheinlich beschädigen kann. Die Klassifizierung ist durch den internationalen Standard IEC 60529 definiert.

Die MIL-STD Prüfmethoden

MIL-STD-810G besteht aus 24 Laborprüfmethoden, die viele Umgebungen vom Betrieb in großen Höhen (Methode 500.5) bis hin zur Fähigkeit, eine mechanisch induzierte Erschütterung zu überleben (Methode 516.6) abdecken. Kein mobiler Computer wurde mit allen 24 Methoden geprüft, da die meisten Methoden nicht für mobile Computer relevant sind. Aber generell lässt sich sagen, je mehr Methoden geprüft (und bestanden) wurden, desto robuster ist das Gerät. Die robustesten Geräte inklusive der robusten Handheld Tablets Algiz 7 und Algiz 10X wurden mit 8 bis 10 MIL-STD-810G Methoden geprüft.

Achten Sie außerdem beim Auswerten eines Produktdatenblatts auf die Methoden, die auf Ihre Situation zutreffen. Wenn Sie in einer Höhe von über 3.050 Meter arbeiten, stellen Sie sicher, dass das Gerät mit einer MIL-STD-Methode geprüft wurde, die diese Höhe abdeckt. Wenn Sie bei schnell schwankenden Temperaturen arbeiten werden, stellen Sie sicher, dass das Gerät auf Temperaturschocks geprüft wurde.

Die IP-Definitionen - Welche Klassifizierung brauchen Sie?

IP-Klassifizierungen werden als zweistellige Zahl angegeben. Die erste Zahl gibt den Schutzgrad gegen Staub wieder, die zweite Zahl den gegen Flüssigkeiten (Wasser). Die Definition dieser Klassen ist in einem Schaubild rechts angegeben.

 

First digit
Protection against dust

    Second digit 
Protection against water
  0: No protection     0: No protection
  1: Protection against solids up to 50 mm     1: Protected against dripping water
  2: Protection against solids up to 12 mm     2: Protected against dripping water (tilted)
  3: Protection against solids up to 2.5 mm     3: Protected against water spray
  4: Protection against solids up to 1 mm     4: Protected against splashing water
  5: Protection against dust; limited ingress     5: Protected against water jets
  6: Totally protected against dust    

6: Protected against a nozzle under pressure

        7: Protected against immersion (1 meter for 30 min)
        8: Protected against submersion (at depth, under pressure)

 

Aus diesem geht hervor, dass es technisch gesehen für den Schutz gegen Staub die 7 Klassen 0-6 gibt und für den Schutz gegen Wasser die 9 Klassen 0-8. In der Praxis haben jedoch alle robusten Computer eine Staubschutzklasse von mindestens 5 und eine Wasserschutzklasse von mindestens 4. An den Enden der Skala kann eine Klasse jedoch einen großen Unterschied machen. Eine Staubschutzklasse von 5 bedeutet beispielsweise, dass etwas Staub in das Gerät eindringen kann, während Klasse 6 vollständige Staubdichtheit bedeutet.

Ein weiteres Beispiel: ein Gerät mit IP67-Klassifizierung ist absolut staubdicht und kann mindestens 30 Minuten lang 1 Meter tief unter Wasser getaucht werden. Es wäre die perfekte Wahl für eine sehr staubige oder schmutzige Umgebung oder eine Umgebung, in der es in einen See oder Fluss fallen könnte. Andererseits ist ein Gerät mit der Klassifizierung IP54 nur begrenzt gegen Staub und Wasser geschützt und sollte nie vollständig untergetaucht werden.

Zunehmend verwenden robuste Gerätehersteller den Begriff IP68. Wenn IP67 wasserdicht ist, wie kann IP68 robuster sein? Das Geheimnis liegt in den zusätzlichen Details. Für echte IP68 muss der Hersteller die Tiefe und Dauer der Zeit im Wasser bekannt geben. Wenn die 1-Meter und 30 Minuten Marke für IP67 nicht reichen, vergewissern sie sich, was Ihnen IP68 verspricht.

Robuste Computer für harte Umgebungen

Das Wissen um die Spezifikationen und ihre Bedeutung kann entscheiden, wie gut und zuverlässig ein Gerät im langfristigen Einsatz funktionieren wird. Suchen Sie deshalb anhand der Spezifikationen das beste Gerät für ihre Umgebungsbedingungen aus.